Zigarren rauchen Guide 2 – richtig Anzünden

In dem zweiten Teil der Beitragsreihe von – PrinceKevinI – geht es um das Anzünden und das Rauchen der Zigarre.

Im ersten Teil wurden hauptsächlich die unterschiedlichen Zigarrenabschneider erklärt, falls Sie den Beitrag noch nicht gelesen haben, klicken Sie hier! Im zweiten Teil geht es nun um das Anzünden und Genießen der Zigarre, seien Sie gespannt!

 

Doch wie genau soll man die Zigarre nun anzünden?:

 

(Klicken Sie auf die einzelnen Begriffe um mehr zu erfahren)

 

 

Das Streichholz:

Der Klassiker schlechthin. Raucher mit Stolz zündet mit Holz. Ja, da ist auch was Wahres dran. In einer schönen Bar oder Lounge macht es immer was her, wenn man elegant anfängt, die Zigarre zu toasten und dabei zu drehen. Mancher Nichtraucher wirkt denken, wie affektiert … aber gut.

Aus der Praxis heraus weiß ich aber auch, dass es mit den Streichhölzern nicht immer einfach ist, besonders, wenn Sie draußen im freien Rauchen und es etwas windig ist. In der Regel ist man nach dem sechsten Streichholz so enttäuscht, dass man nun doch den Brenner aus der Tasche zieht.

Aber versuchen Sie es doch einfach mal selbst, denn probieren geht über Studieren!

Vermeiden Sie bitte Streichhölzer mit Schwefel zu verwenden oder achten Sie darauf das Streichholz erst ein paar Sekunden abbrennen zu lassen bevor Sie beginnen anzufeuern. Wir wollen doch keine bittere Schwefelnote in unserer Zigarre haben.

Der Span:

Bisher nur einmal Live erlebt im Sheraton Hotel in Shanghai. Klar macht das was her, wenn hier mit einem langen Holzspan aus Zedernholz die Zigarre befeuert wird. Für Showzwecke aber auch als privates Vergnügen durchaus geeignet. In der Öffentlichkeit hingegen wird man leider mehr belächelt als bewundert. Immer vorausgesetzt es ist windstill.

Der Jet-Stream / Bunsenbrenner:

Manch einer wird denken, ob Sie Crème Brulée machen wollen, wenn Sie solch einen Brenner zücken. Legen Sie sich am besten ein paar Sprüche zurecht für den Fall der Fälle. Der unbestrittene Vorteil des Brenners ist seine Präzision. Es gibt ihn angefangen mit einer Düse bis hin zu vier Düsen in allen Farben und Formen zu erwerben und das auch recht preiswert. Mit dem Brenner gelingt es Ihnen, selbst bei windigen Verhältnissen Ihre Zigarre fachgerecht zu entzünden. Vorsicht sei an dieser Stelle aber doch erwähnt. Diese Geräte erreichen bis zu 1800 °C. Damit können Sie eine Zigarre auch schnell verbrennen. Achten Sie darauf erst aus der Ferne zu entzünden und die Zigarre erst einmal zu „toasten“. Gemeint ist, nicht gleich voll drauf halten, sondern die Zigarre mit Abstand des Brenners leicht bräunen. Im weiteren Verlauf können Sie dann immer etwas näher kommen.

 

 

Diese Anzünder empfehle ich Ihnen:

 

Was sollte man nicht benutzen:

 

  • Auch wenn die Zippos eine gewisse Coolness ausstrahlen, so werden sie leider doch mit Feuerzeug-Benzin betrieben. In Ihrem eigenen Interesse rate ich Ihnen davon ab, Zigarren mit Benzin zu entzünden. Es schmeckt wie ein Gummistiefel, der über einem Benzinfeuer geröstet würde.
  • Wie bereits oben schon erwähnt: Streichhölzer mit Schwefelkopf. Zwar gibt es hier einen Kompromiss, das Streichholz erst einige Sekunden lang abbrennen zu lassen, doch ist es eben nicht der wahre Jakob.
  • Zigarren an einer Kerze zu entzünden, ist nicht nur geschmacklich verwerflich, sondern auch ziemlich ordinär. Wer noch etwas Restwissen von Chemie hat, sollte sich erinnern, dass eine Kerze aus langkettigen Kohlenwasserstoffen besteht. Wollen Sie diese in der Zigarre haben? Abgesehen von dem schwarzen Ruß an der Außenseite der Zigarre? Wohl eher nicht.

Nun, jetzt haben wir so weit alle Formen des Anfeuerns mal behandelt.

 

Jetzt wollen wir aber endlich zum anzünden übergehen!

 

Bei allen Methoden ist zu beachten, die Zigarre nie direkt ins Feuer zu halten. Immer schön langsam sich vorarbeiten bezogen auf die Distanz zwischen Feuer und Zigarre.

 

Während dem Prozess des Anfeuerns drehen Sie bitte die Zigarre langsam. Das dient der gleichmäßigen Anfeuerung und sorgt auch für ein gleichmäßiges Abbrennen der Zigarre. Das Anzünden ist eines der heikelsten und essenziellsten Kapitel bei der Zigarre. Ähnlich wie im Flugzeug sind Start und Landung immer am aufregendsten.

 

Ob die Zigarre komplett an ist, können Sie erkennen, wenn Sie mal auf den Querschnitt blasen. Leuchtet dieser auf der kompletten Fläche rot, ist die Zigarre bereit zum Rauchen.

 

Und nun kommen wir zum besten Teil, das Rauchen:

 

Der absolute Fachmann sagt jede Minute nur ein Zug.
Aus der Praxis kann ich aber bestätigen, dass das nicht die Realität ist. Je nachdem wie aufregend die Diskussionen sind oder in welcher Situation man die Zigarre raucht, zieht man öfter. Das ist auch nicht weiter schlimm, solange die Zigarre nicht merkbar zu heiß wird.

 

Kontrollieren können wir das, indem wir die Zigarre mit zwei Fingern direkt unter dem Brandende anfassen. Lassen Sie die Zigarre jetzt schreiend fallen, dann glauben Sie mir, rauchen Sie zu heiß. Können Sie die Zigarre problemlos anfassen, rauchen Sie genau richtig.
Bedenken Sie, dass dicke Zigarren leichter zu rauchen sind als dünne. Der Grund liegt in der Größe.

Je breiter und größer die Ziagrre, desto mehr Luft wird bei jedem Zug mitgenommen. Das sorgt für kühleren Rauch. Testen Sie es ruhig mal aus. Nehmen Sie sich eine dicke Zigarre und ziehen zehn Mal hintereinander und dann nehmen Sie sich einen Zigarillo und ziehen zehn Mal hintereinander. Stellen Sie am besten Wasser bereit um den Brand zu löschen.

Im Verlauf des Rauchens werden Sie an die Stelle kommen, wo Sie sich fragen, abäschern oder dran lassen?

 

Um ehrlich zu sein, ist das mehr eine Gefühlssache. Ist eine Zigarre fester gewickelt, ist auch die Asche fester und hält länger. Versuchen Sie die Asche so weit wie möglich dran zu lassen! Es sieht nicht nur gut aus, sondern kühlt auch den eingezogenen Rauch etwas.
Bevor natürlich ein Unglück geschieht, aschen Sie mit einer eleganten Drehbewegung am Aschenbecher ab. Anders als bei der Zigarette wird die Asche nicht einfach weggeschnickt oder an der nächsten Hauswand abgestreift.

 

Das Grande Finale, das ausmachen der Zigarre:

 

Ist nun der Augenblick gekommen, wo wir ein Tränchen in den Augen haben, müssen wir leider Lebewohl zur Zigarre sagen.
Anders als bei der Zigarette, legt man diese wohlbehütet in die Mitte des Aschenbechers und lässt sie von selbst ausgehen.

 

Ja, Sie sehen nach drei Seiten und wunden Fingern, dass das Zigarre rauchen weit mehr ist als abbeiße, ausspucke und feddisch, wie der Hesse hier sagen würde.

Nein, es ist eine Zeit, in der man sich bewusst auf etwas einlässt und zu schätzen weiß, was für ein Stück Kultur man hier in den Fingern hält.

Dabei spielt es keine Rolle, ob die Bauchbinde jetzt von Cohiba ist oder von Casa de Nicaragua. Die beste Zigarre ist immer die, die mir schmeckt und da spielt der Preis eine eher untergeordnete Rolle.

In meiner nächsten Veröffentlichung möchte ich genau da weiter machen, also seien Sie gespannt!

Besten Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Herzlichst
Prince Kevin I

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