Wein beurteilen – Riechen und Sehen als Weinprobe

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Heute bekommen Sie wieder eine Einweisung als Anfänger in den Weinbereich, vorgestellt von unserem Jungsommelier Neal. Es geht um die Weinprobe und wie sie diese als Einsteiger erfolgreich durchführen können. Worauf Profis achten und wie Sie einen Wein beurteilen, lernen Sie heute in diesem informativen Beitrag. Es geht vor allem um das riechen und sehen des Weins, das schmecken bzw. der Geschmacksinn wird in einem extra Artikel behandelt.

 

Sehr geehrte Leserinnen und Leser, wie schon in meinem ersten Artikel  geschrieben erkläre ich ihnen heute auf welche Art und Weise ein Weinkenner oder auch Sommelier ( Weinkellner ) einen Wein verkostet und beurteilt (also eine Weinprobe / Weintasting durchführt).

Ein Sommelier ist im Fachchargon diejenige Person welche den Gast fachmännisch berät und direkt auf die Wünsche des Gastes eingeht.

 

Die Wahrnehmung / Sinne beim Wein:

 

Die Verkostung eines Weines erfolgt durch die Prüfung unseres Sehsinns, dem Geruchssinn und dem Geschmackssinn. In der folgenden Serie erkläre ich Ihnen inwiefern uns unsere Sinne dabei unterstützen und behilflich sind.

 

In diesem ersten Abschnitt möchte ich auf die Visuelle Wahrnehmung sprich unseren Sehsinn eingehen.

 

Zum Anfang der Degustation greife ich das Weinglas unten am Stiel knapp oberhalb des Fußes. Das Glas sollte lediglich unten am Stiel angefasst werden, sodass sich der Wein nicht durch die eigene Hand erwärmt. Auf professionellen Veranstaltungen hat jeder Teilnehmer ein weißes Blatt Papier vor sich liegen um die Farbe vor einem neutralen Hintergrund zu beurteilen. Auf einer farbigen Deckserviette oder Tischdecke könnte man diese nicht genau einschätzen oder auch bewerten.

Als Faustregel kann ich Ihnen mit auf den Weg geben, dass je heller ein Rotwein wirkt desto älter ist dieser.

Bei Weißweinen trifft dementsprechend genau das Gegenteil zu. Je dunkler der Weißwein Ihnen erscheint desto älter ist dieser.

Bei Rotweinen setzen sich durch den Lagerungsprozess einzelne Farbpigmente am Boden ab weshalb es zur „Verfärbung“ kommt.

Trotzdem gilt je gereifter der Wein ist desto größer ist die Differenz zur ursprünglichen Farbe.

 

Das Schwenken des Weins:

 

Anschließend lasse ich das Weinglas ruhig und gleichmäßig kreisförmig Schwenken. Nachdem ich das Glas für ein paar Sekunden im Kreis bewege und es abstelle bilden sich sogenannte Kirchenfenster. Der entstandene Flüssigkeitsfilm zieht sich zu tränenähnlichen Tropfen zusammen. Je spitzer die Bögen und die Abstände geringer sind, desto höher ist der Alkoholgehalt. Der Alkoholgehalt ist vergleichsweise niedriger wenn die Tropfen weiter auseinander liegen.

Anschließend nachdem ich diesen Vorgang circa dreimal wiederholt habe, beginne ich und erhebe mein Glas.

 

Das riechen des Weins:

 

Danach stecke ich die Nase soweit wie möglich rein sodass die Wahrnehmung so intensiv wie möglich ist.

Der Geruchssinn wird auch als die Olfaktorische Wahrnehmung bezeichnet. Bei einer Verkostung ist das für uns der wichtigste greifende Sinn da er uns den Charakter eines Weines verrät. Allgemein kann man sagen, dass der Mensch tausend Gerüche unterscheidet und der Geruchssinn wesentlich stärker ausgeprägt ist als der Geschmackssinn.

Auch ein untrainierter Weinbegeisterter kann mehrere hunderte Gerüche erkennen, da die Wahrnehmung von Gerüchen durch Assoziationen zu einer bekannten Geruchsquelle im Unterbewusstsein verankert ist. Natürlich kann man nicht direkt anfangs von sich erwarten, dass man zu den einzelnen Rebsorten die verschiedenen Aromen herausriecht. Das kann man gerne mit einer Sportart vergleichen welche man gerade erlernt. Je länger Sie schon Ski fahren desto geübter sind Sie auch und finden gleichzeitig mehr Spaß daran.

 

Zum Schluss würde ich Ihnen noch gerne einen Tipp mit auf den Weg geben: Halten Sie sich doch einfach mal abwechselnd erst das eine zum Beispiel das linke Nasenloch zu und danach das andere und schon haben Sie wahrscheinlich ein anderes Geruchsbild in Ihrer Vorstellung.

In einem separaten Artikel, welcher in den folgenden Wochen erscheinen wird gehe ich etwas genauer darauf ein inwiefern sich der Geruchs- und Geschmackssinn trainieren lässt.

 

Falls Sie noch weiter in die Materie einsteigen wollen, empfehlen wir Ihnen eine dieser Artikel:

 

„Der wahre Reichtum liegt nicht im Luxus sondern im Genuss!“ Mit diesem Zitat verabschiede ich mich bei Ihnen und freue mich auf Ihr Feedback zu dem Beitrag.

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